Parodontose oder Parodontitis? - Wir klären auf!

21.07.2025 | New Crown & Implant Center

Zahnfleischbluten? Lockere Zähne?

Dann sollten Sie schleunigst Ihren Zahnarzt oder Zahnärztin aufsuchen. Zahnfleischentzündungen sind nicht zu unterschätzen.

Im schlimmsten Fall stehen Sie ohne Zähne da. Aber was versteht man genau unter Zahnfleischentzündungen und was genau ist eine Parodontitis? Das erfahren Sie hier.

Parodontose oder Parodontitis? - Wir klären auf!

Was ist eine Zahnfleischentzündung und wie entsteht sie?

Oft wird eine Entzündung des Zahnfleisches fälschlicherweise als Zahnentzündung bezeichnet. Der Begriff “Zahnentzündung” ist insofern falsch, da nicht eindeutig klar ist, welcher Teil des Zahnes entzündet ist. Es können sich die Wurzel, das Zahnmark, das Zahnfleisch und der Zahnhalteapparat entzünden – bei Implantaten das umliegende Gewebe.

Bei einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) – wie der Name bereits angibt – ist das Zahnfleisch (Gingiva) betroffen.

Merkmale einer Gingivitis:

  • Zahnfleischbluten – beim Zähneputzen und Berührung
  • Schwellung 
  • Rötung des Zahnfleisches
  • Druck- und Schmerzempfinden 
  • Beläge am Zahnfleischrand
  • Mundgeruch
  • Zahnfleischrückgang – schweren Stadien

Eine Zahnfleischentzündung entsteht hauptsächlich durch mangelhafte Mundhygiene, wodurch sich ein bakterieller Zahnbelag am Zahnfleischrand bildet. Andere Ursachen können sein: 

  • Zahnstein – dauerhafte Reizung des Zahnfleisches
  • Rauchen 
  • Hormonelle Veränderungen 
  • Schlechter Sitz von Zahnersatz
  • Vitaminmangel
  • Andere Erkrankungen wie Diabetes

Eine Gingivitis ist reversibel, d.h. sie kann vollständig geheilt werden, besonders wenn sie frühzeitig erkannt wird. Im unbehandelten Zustand kann sie sich zu einer Parodontitis entwickeln. 

 

Was ist eine Parodontitis? 

Bei einer Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparats) wird zusätzlich zum Zahnfleisch auch das umliegende Gewebe und der Knochen angegriffen. Zum Zahnhalteapparat (Parodont) gehören Zahnfleisch (Gingiva), Zahnhaltefaser/Wurzelhaut (Desmodont), Wurzelzement und Kieferknochen (Alveolarknochen).

Um das Parodont besser zu verstehen, kann man sich es folgendermaßen vorstellen. Ein Zahn ist wie ein Baum, der im Erdboden (Kieferknochen) fest verankert ist. Das Zahnfleisch ist die oberste Erdschicht, während die Fasern und Wurzelzement die Baumwurzeln und die Rinde darstellen. Bei einer Parodontitis wird also der gesamte Bereich unterhalb der Erdkruste zusätzlich angegriffen. 

 

Wie erkenne ich eine Parodontitis?

Wie eine Gingivitis entsteht, eine Parodontitis durch bakteriellen Belag, der vor allem durch schlechte Mundhygiene begünstigt wird. Erkennen können Sie sie durch folgende Symptome:

  • Zahnfleischbluten
  • Zahnfleischrückgang
  • Taschenbildung durch Zahnfleischablösung
  • Mundgeruch
  • Zahnlockerung
  • Eiterbildung – in schweren Fällen
  • Schmerzen – meist erst im späteren Stadium

Weitere Symptome können sein: 

  • Chronischer Stress
  • Hormonelle Veränderungen
  • Rauchen
  • Vitaminmangel
  • Genetische Veranlagung
  • Andere Erkrankungen wie Diabetes

 

Was ist der Unterschied zwischen Parodontitis und Parodontose? 

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff “Parodontose” oft synonym für “Parodontitis” verwendet. Medizinisch korrekt ist aber Parodontitis. Der Begriff „Parodontose” gilt in der Zahnmedizin als veraltet und wird nicht mehr verwendet.

Früher nahm man an, dass Knochenverlust ohne Bakterien oder Entzündung auftreten kann. Beispielsweise dachte man, dass sich der Zahnhalteapparat einfach im Alter zurückbildet.  Das wurde aber widerlegt. Knochenverlust hat immer eine Entzündung als Voraussetzung. 

Die Endung „-itis“ bezeichnet in der Medizin eine Entzündung. Parodontitis ist demnach eine Entzündung des Zahnhalteapparats. Weitere Beispiele von Entzündungen sind Tonsillitis – Mandelentzündung oder Gastritis – Magenschleimhautentzündung. 

Die Endung „-ose“ bezeichnet in der Medizin eine nicht-entzündliche, degenerative Erkrankung. Parodontose ist demnach ein Gewebeabbau ohne Entzündung. Beispiele für nicht-entzündliche, degenerative Erkrankungen sind Arthrose – Gelenkverschleiß oder Neurose – psychische Funktionsstörung ohne organische Ursachen.

 

Wie wird eine Parodontitis behandelt? 

Die Behandlung einer Parodontitis ist ein langwieriger Prozess. Sie können sich darauf einstellen, ihren Zahnarzt oder ihre Zahnärztin regelmäßig und häufig zu sehen. Die Behandlung ist individuell – abhängig auch vom Stadium der Erkrankung. Machen Sie sich bewusst, dass selbst der beste Zahnarzt oder Zahnärztin ohne Ihre Unterstützung nicht viel ausrichten kann. Deshalb liegt ein Großteil der Hauptverantwortung auf Ihnen. 

 Zur Vorbeugung:

  • professionelle Zahnreinigung/Mundhygiene: Entfernung von Bakterien (Zahnstein, Zahnbelag), am besten ein bis zweimal im Jahr 
  • mindestens 2 x tägliches Zähneputzen, idealerweise nach dem Essen
  • Verwendung von fluoridhaltige Zahnpasta
  • Nutzung von Zahnseide oder Interdentalbürsten
  • Reinigung der Zunge (Zahnbürste oder Zungenschaber) 
  • Regelmäßige Zahnarztkontrollen 
  • Entwicklung von bessere Lebens- und Essgewohnheiten: Kein Rauchen, Kohlensäurearme Getränke, Reduzierung von (chronischem) Stress
  • Benutzen Sie elektrische Zahnbürsten: oft gründlichere Reinigung möglich

Ihr Zahnfleisch ist während einer Parodontitis empfindlicher. Deshalb sollten Sie darauf achten, nicht zu viel Druck beim Zähneputzen auszuüben.

 

Unterstützung durch den Zahnarzt:

Neben der Zahnreinigung und regelmäßige Kontrollen kann Ihr Parodontologe oder Parodontologin noch zusätzliche Maßnahmen ergreifen:

  • bei fortgeschrittener Parodontitis: Tiefenreinigung der Zahnfleischtaschen
  • antibiotische Behandlung: Verabreichung entweder örtlich, direkt in die Zahnfleischtaschen oder orale Einnahme 
  • Offene Kürettage: chirurgischer Eingriff, bei dem das Zahnfleisch vorsichtig vom Zahn gelöst wird. Dadurch kann die Zahnwurzel gründlicher gereinigt werden; auch zur Vorbereitung für Implantate, wenn der Zahn nicht mehr erhalten werden kann
  • Knochenaufbauverfahren bei signifikanten Knochensubstanzverlust

 

Werden lockere Zähne nach einer Behandlung wieder fest?

Während der Heilung bilden sich die Symptome zurück. Wenn die Heilung abgeschlossen ist, sind die Symptome komplett verschwunden. Allerdings heilt das Gewebe nicht vollständig neu, da bereits verloren gegangene Knochensubstanz oder der Zahnhalteapparat nicht wieder einfach nachwachsen. Es wird lediglich der Entzündungsprozess gestoppt. 

Grundsätzlich können sich lockere Zähne bei einer erfolgreichen Behandlung der Parodontitis wieder fest im Kiefer verankern. In vielen Fällen festigen sich die Zähne von selbst, wenn die Entzündung abgeklungen ist.

Nach der Heilung bleibt meist folgendes bestehen: 

  • Zahnfleischrückgang meist sichtbar
  • Bleibender Knochenverlust 
  • Höheres Risiko für Rückfälle
  • Veränderte Zahnstellung durch Gewebeverlust

Aber besonders bei einer fortgeschrittenen Parodontitis mit einem hohen Knochenschwund kann es vorkommen, dass weitere Maßnahmen getroffen werden müssen, damit die Zähne wieder fest sitzen. Eine Maßnahme könnte ein Zahnimplantat mit Knochenaufbau sein.

Haben Sie eine Parodontitis oder Gingivitis?

Falls Sie Symptome einer Entzündung bemerken, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Wir helfen Ihnen gerne!

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