Nach dem Einsetzen der Implantate
Nach einer oralchirurgischen Behandlung wie einer Zahnextraktion, Implantation, Knochen- und Weichgewebsaugmentation, Weisheitszahnentfernung oder Parodontaloperation ist die richtige Nachsorge entscheidend für eine schnelle und komplikationsfreie Heilung. Hier sind die wichtigsten Empfehlungen:
1. Direkt nach dem Eingriff
Blutungen können oft schon kurz nach dem Eingriff auftreten, da sich die Blutbahnen beim Nachlassen der Anästhesie wieder etwas weiten.
Falls eingesetzt, die sterile Gaze oder den Mulltupfer für ca. 30 Minuten auf der Wunde belassen und danach vorsichtig entfernen.
Bei anhaltender Blutung den Vorgang bitte mehrmals wiederholen.
Das lokal entstandene Blutgerinnsel spielt eine wesentliche Rolle im Heilungsprozess und sollte daher auf keinen Fall entfernt werden; hieraus entsteht dann nämlich das neue Gewebe.
Falls sich dies aber dennoch löst, kann eine „Alveolitis sicca” (Entzündung des knöchernen Zahnfaches) die Folge sein, die mit starken Schmerzen einhergeht.
Äußeres Kühlen (z. B. mit einem Kühlpack) hilft, Schwellungen und Schmerzen zu reduzieren.
Alle 20–30 Minuten ansetzen und zwischenzeitlich für 5 Minuten pausieren.
In den ersten Tagen ist eine Schwellung bzw. ein Bluterguss/Hämatom im betroffenen Bereich eine gewöhnliche Erscheinung.
Eine Kühlung mit Ice- oder Kühlpacks kann dem entgegenwirken und somit auch die Nebenbeschwerden lindern.
Das Eis niemals direkt ansetzen, sondern immer etwas gemildert, z. B. im Küchentuch umwickelt, anwenden.
Nach ca. 4 Tagen wird sich das Volumen der Schwellung stetig verringern und sollte nach ca. 2 Wochen komplett abgeklungen sein.
Auch die „Blauverfärbung”/Hämatom wird langsam verblassen und sich auflösen.
- Mindestens 24 Stunden nicht stark spülen, saugen oder mit Strohhalm trinken.
- Nicht an der Wunde manipulieren.
- Zunge oder Finger von der OP-Stelle fernhalten.
- Zahnstelle nicht stochern – in Ruhe abheilen lassen.
- Evtl. eingesetzte Heilungsschrauben auf Implantaten keinesfalls belasten.
2. Ernährung
Solange die Wirkung der Betäubung nicht abgeklungen ist, darf nur vorsichtig gegessen werden,
da Bissverletzungen entstehen können.
Erlaubt
- Weiche, kühle Speisen (z. B. Joghurt (pflanzlich), Suppen, Kartoffelpüree, Smoothies, weiches Brot)
- Ausreichend Flüssigkeit (Wasser oder ungesüßter Tee)
Zu vermeiden
- Heiße Getränke und stark gewürzte Speisen
- Scharfes, saures oder krümeliges Essen
- Alkohol und Kaffee
3. Körperliche Aktivität & Verhalten
- Kein Sport oder schwere körperliche Arbeit für 14 Tage.
- Nicht nach vorne beugen oder schwer heben.
- Nach Eingriffen im Oberkiefer nicht kräftig schnäuzen.
- Nasenspray ist erlaubt.
- Niesen nur mit offenem Mund.
- 14 Tage keine Sauna, kein Schwimmbad und keine Tauchgänge.
- Flüge vermeiden.
Rauchen vermeiden
Nikotin verzögert die Wundheilung und erhöht das Risiko für Infektionen und trockene Alveolen.
4. Mundhygiene & Wundpflege
Beim Zähneputzen vorsichtig vorgehen und die betroffene Stelle zunächst aussparen.
Ab dem zweiten Tag muss die Stelle inklusive Naht vorsichtig gereinigt werden.
- Sehr weiche Zahnbürste verwenden.
- Alle anderen Zähne normal weiterputzen.
- Nach 24 Stunden sanft mit alkoholfreier CHX-Mundspülung (0,1–0,2 %) oder Salbeitee spülen.
- Alternativ: Salzwasser gurgeln (3× täglich für 1 Minute).
Die Naht
In den meisten Fällen werden selbstauflösende („resorbierbare“) Nähte verwendet.
Diese verlieren mit der Zeit an Stärke und lösen sich innerhalb von bis zu 8 Wochen auf.
Fakultativ können diese nach ca. 2 Wochen entfernt werden.
Nicht resorbierbare Nähte werden nach etwa 2 Wochen entfernt.
5. Schmerzen & Schwellung
Es ist normal, wenn die betroffene Stelle einige Tage schmerzt.
Schmerzlindernde Medikamente (z. B. Diclofenac, Ibuprofen oder Paracetamol)
befinden sich in Ihrer Nachsorgetasche und dürfen eingenommen werden.
Sollten Beschwerden auch nach mehreren Tagen nicht besser werden,
suchen Sie bitte unverzüglich unsere Praxis auf.
Wie lange dauert die Wundheilung?
Die erste Heilungsphase dauert ca. 1–2 Wochen.
Danach ist die Wunde meist ausreichend verheilt, um wieder normal essen zu können.
Falls der Kieferknochen betroffen war, kann die Heilung länger dauern.
Nach Sinuslift / Knochenaufbau / Mund-Antrum-Verschluss / Weichgewebsplastik
- Extreme Schwellungen und Blutungen können auftreten.
- Blutergüsse im Gesichts- und Halsbereich sind möglich.
- Jegliche körperliche Belastung vermeiden.
- Verordnete Antibiotika verpflichtend einnehmen.
6. Wann zum Arzt?
In den ersten 48 Stunden sind Schmerzen und leichte Nachblutungen normal.
Sollten Beschwerden länger als 4 Tage bestehen, kontaktieren Sie bitte sofort Ihren Zahnarzt oder die Vertretung.
Am Wochenende und an Feiertagen die zuständige Notfallstelle aufsuchen.
Sofortige Rücksprache bei:
- Starken, anhaltenden Blutungen
- Extremen Schmerzen trotz Schmerzmittel
- Starker Schwellung ohne Rückgang nach 4 Tagen
- Eiterbildung oder Fieber / Schüttelfrost
- Aufgerissener oder offener Wunde
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln länger als 24 Stunden
Die richtige Nachsorge sorgt für eine schnelle und problemlose Heilung.
Kühlen, Ruhe, gute Mundhygiene und die richtige Ernährung sind entscheidend.
Falls Unklarheiten auftreten, lieber frühzeitig den Zahnarzt kontaktieren.
Ein Zahnimplantat ist weit mehr als nur ein Zahnersatz – es ist eine künstliche Zahnwurzel, die ein ebenso stabiles Fundament bietet wie Ihre eigenen Zähne. Ob es sich um den Ersatz eines einzelnen Zahns oder um die Versorgung eines komplett zahnlosen Kiefers handelt: Mit den Mitteln der modernen Oralchirurgie können wir Ihnen das Gefühl eines unbeschwerten Lächelns und sicheren Kauens zurückgeben.
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